Party in der WG-Küche

Nachdem die AirPort express meines Mitbewohners als WLAN-Hotspot herhalten musste, da mein billo TP-Link Router irgendwie seeehr unzuverlaessig WLAN macht war es in unsrer Küche teilweise sehr still.
Ein zu kurzes Klinkenkabel hatte zur Folge, dass man nicht sehr gern sein Handy anstecken wollte um Musik zu machen und es im Regal liegen zu lassen (wir Informatiker lassen ja unsere Geräte nur ungern irgendwo rum liegen).

Ein zwei Meter Klinke-Erweiterungskabel des AirPort-Besitzers half da zwar effektiv, da man nun sogar auf dem Klo noch Musik für die Küche machen konnte (lol, jk). Aber da das Kabel eigentlich in Gebrauch war, sollte nur eine temporäre Lösung sein, bis ein anderes Kabel gekauft wird.

Eine Mischung aus "Wir müssen mal wieder was bei Amazon bestellen" und "Hier liegt ja noch der ungenutzte Raspberry Pi herum" brachte mich dann auf die Idee doch einfach einen WLAN-Stick zu bestellen und einen AirPlay Reciever zu basteln.

Also hab ich kurz meine alten Notizen zu zuverlässigen WLAN-Sticks die man auf dem Pi benutzen kann rausgekramt, die ich vor kurzer Zeit mal gemacht hatte und nochmal überprüft ob es mittlerweile was besseres für weniger Geld gibt. Da ich bei verschiedenen Alternativen die mehr Durchsatz versprachen von neuen Revisionen las, die dann doch nicht mehr o-o-b unter Linux liefen, entschied ich mich dann für das Modell: Edimax Nano 150Mbps (EW-7811Un). Ich las, dass der verwendete Chip unter Raspbian, das ich benutzen wollte, ohne zusätzliches Treiber-Gefrickel lief. Also das Teil bestellt und es kam auch sehr schnell an, wie man das ja mittlerweile gewohnt ist.

Weil ich mittlerweile nicht mehr so ganz so viel Gefallen daran habe dauernd Linuxe aufzusetzen, mich mit dem neusten init shit auseinander zu setzen und nicht soo optimale Erfahrung mit shairport gemacht hatte (nach ein paar Tagen hat der Daemon schon ganz gern mal seinen Dienst verweigert und man musste den Pi rebooten), wollte ich mal schauen, was es als Alternativen zu Raspbian+shairport denn mittlerweile so gibt.

Und siehe da! Ein wildes volumio erscheint! Die Distro unterstützt außer dem RaspberryPi noch andere Boards und man kann auch allerhand Audio-Kram anschließen, wenn einem der onboard-Sound nicht ausreichen sollte.

Die Webseite muss nicht viel Anleitung geben.

  • Downloaden
  • Flashen
  • Vorbereiten (SD-Karte, WLAN-Stick, DAC, usw. anstecken)
  • Web-Oberfläche aufrufen und Musik aufdrehen

Unter Windows und Mac OS kommt man ganz ohne Konsole aus! Das hat mich ziemlich beeindruckt. Man kann es aber natürlich auch ganz normal mit dd machen, wie unter Linux.

Sollte volumio.local nicht aufgelöst werden, kann man entweder auf der Router Web-Oberfläche nachgucken oder das Netzwerk nach IPs oder Bonjour-Diensten (wie AirPlay) scannen, volumio hat da den ein oder anderen am Laufen.

Als ich dann die IP rausgefunden hatte, konnte ich volumio konfigurieren: ins WLAN eingeloggt, LAN-Kabel ab, Klinke-Kabel dran, Spotify konfiguriert, Musik-Share vom lokalen Fileserver gemountet und das erst beste Musikstück abgespielt. Für den ungehinderten Musikgenuss sollte man noch sicher gehen, dass die Lautstärke sowohl in volumio, als auch an den Boxen aufgedreht ist. Sonst ist nämlich Stille.

Das ganze ging mir persönlich sogar ein bisschen zu einfach, ich hatte mich mental schon auf ein bisschen gefrickel, das mir ja ab und an Spaß macht, eingestellt. Teuer war das ganze auch nicht, da ich bis auf den WLAN-Stick ja schon alles rumliegen hatte. Wenn man alles neu kaufen muss, kommt man so bei 55 Euro raus und spart damit gegenüber einer AirPort express rund 30 Euro.

Immerhin kann man jetzt in der WG-Küche wieder Musik abspielen: Vom Handy über AirPlay, vom Fileserver oder USB-Stick auf dem Gerät oder von Spotify. Und so UPNP und DLNA Kram ist auch noch dabei, da muss ich aber erst mal rausfinden, was damit so geht.

Und das Schwein ist auch glücklich:
VolumioPi im Regal