Open Protocols

Offene Protokolle sind gut, offene Protokolle fördern die freie Benutzung und Freibier, oder whatever. Jedenfalls zum Beispiel HTTP, TCP/UDP, FTP – alles Protokolle die jeder bestimmt schonmal genutzt hat ohne es vielleicht zu wissen, zwei davon waren im Einsatz beim Laden dieser Seite hier. Dann ist noch Jabber und IRC zu erwähnen, die beide sehr solide Messaging-Protokolle bzw. Services sind. Also: Offenheit ist gut.

Twitter hat heute, oder gestern oder jedenfalls am 16. Änderungen seiner API zur v.1.1 bekannt gegeben: Allumfassende Authentifizierung, feingranularere Rate-Limits mit zum Teil deutlich niedrigeren Limits und Display Requirements statt Guidelines, sowie Nutzerbeschränkungen. Das ist insofern schade, da sie jetzt deutlich stärker die Nutzung einschränken, was auch uns wissenschaftlich arbeitende Leute betrifft, die Twitter für seltsame Untersuchungen minen und echte Daten (das ist wichtig) sammeln. Das kann man natürlich im Bezug auf Monetarisierung (wenn man das im Deutschen so sagen darf) schon verstehen, aber schade ist es allemal, dass sich dieses Protokoll (genaugenommen ist es ja ein Service, aber so pingelig müssen wir hier nicht sein) nun zusehends schließt und Nutzung überwacht (Vorinstallierte Anwendungen müssen im Vorfelt von Twitter zertifiziert werden), damit eine "einheitliche Nutzungserfahrung" des Services beim Kunden ankommt. Möglicherweise soll diese für "Power-User" nicht nur bei den hauseigenen Anwendungen, die zum Teil stark vernachlässigt werden, total scheiße sein, sondern auch bei 3rd-Party-Anwendungen zunehmend "verschlimmbessert" werden. Oder für den Mainstream in irgendeiner Art und Weise besser nutzbar machen, was wohl eher wahrscheinlich ist.

Was ich eigentlich damit sagen möchte: Wir brauchen eine offene Alternative für Echtzeit-Mitteilungen. Wie das ganze aussieht und ob es ähnlich wie RSS laufen könnte, weiß ich nicht. Aber gerade jetzt wo Twitter zunehmend deutlich macht, dass man gerne Nutzer bei sich halten will und auch Einnahmen durch "Cards" generieren will, weil VC nicht mehr ausreicht, muss sowas her.

App.net hängt sich da an diese Bewegung (auch wenn sie saisonal bedingt häufig wieder zu kommen scheint, diesmal aber anders ist) an und lässt den Enthusiasten gegen Geld quasi ein werbefreies, developer-freundliches (das versprechen sie quasi auf jeder Seite) Twitter-ähnliches Ding nutzen. Aber auch wieder so ein Service mit einem gewissen Lock-In-Effekt.

Alles irgendwie nicht das Gelbe vom Ei, sogesehen ist diese Diaspora-Initiavtive ja die richtige Richtung, nur vielleicht noch nicht Echtzeit genug um einen Twitter-Ersatz stemmem zu können.

NB. man kann sich auch irgendwie nur seine letzten 3200 Tweets anzeigen lassen. Also nicht mal alle seine Daten "herausholen", wenn man das mal möchte.

Tweetbot 2.0

Mein Lieblingstwitterclient erfuhr heute ein super Update auf die Version 2.0. Bei Software ist das sowas wie "alles jetzt noch besser", meistens ändert sich die Optik, damit die User auch sehen, dass sich was geändert hat und es nicht nur heißt "es gibt da jetzt ganz viel Neues unter der Haube, aber leider werdet ihr da nur wenig direkt von mitbekommen".

Ziemlich viele kleine Detailverbesserungen, bisher war ich ja auch vollkommen zufrieden, bin aber auch kein Poweruser und man kann wirklich viel konfigurieren. Cool finde ich besonders die Bildervorschau, die reicht meistens aus um zu sehen, ob man sich das Bild in Groß anschauen möchte. Das Update ist gratis, wenn man die 1.x Version besitzt. Und ich muss sagen, dass das Software ist, für die ich gern Geld ausgegeben habe. I got what I paid for.

Hier steht der Changelog im offiziellen Blog der Entwickler und hier gibts ein ausführliches Review der neuen Version mit Vergleichsbildern der alten.

Bin zufrieden, will das bitte auch für den Mac!

Update

Oh, es gibt nun auch Tweetbot fürs iPad. Brauch ich aber nicht, da ich kein iPad habe. Das brauch ich nämlich auch nicht wirklich.

The Lost Tweet Returns

Vor einigen Tagen bemerkte MG Siegler etwas seltsames.
Nämlich, dass obiger Tweet, ein sehr bekannter Andy Rubins, verschwunden war.

Zunächst vermutete er, dass dieser von Rubin selbst gelöscht worden war, warum auch immer, hätte man wild spekulieren können.

Jedoch stellte sich nun heraus, dass ein Bug seitens Twitter dafür verantwortlich war, dass "ein sehr kleiner Anteil an Tweets" dabei verloren ging. Laut der Pressesprecherin war das ziemlich tricky rauszufinden, was den Bug verursachte. Jetzt ist er jedenfalls wieder da und ich sehe, dass ich den auch irgendwann mal retweetet habe.

Interessant finde ich, dass es genau diesen Tweet getroffen hat. Wer weiß, wie lange der Bug überlebt hätte, wenn nur "Bin wach."-Tweets betroffen gewesen wären.

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