Kindle

Der gute Vorsatz, mehr lesen zu wollen und die Tatsache, dass die Verfechterin der bedruckten Wälder nicht mehr da ist, hat auch einen Vorteil. Ich hab mich endlich dazu überredet bekommen mir so einen (ein?) Kindle zuzulegen. Hoffentlich lese ich dadurch mehr. Mir gehts eigentlich nur um den Text. Ich möchte einfach nur lesen, spontan, wann ich Zeit und Lust habe. Immer ein Buch rumzuschleppen finde ich umständlich, mein jetziges liegt immer noch auf meinem Nachttisch (und verstaubt nicht!). Gut ist auch, dass ich, wenn ich endlich ausziehe, nicht Tonnen von Büchern (optimistisch geschätzt) mitnehmen muss. Ich plane jetzt nicht, groß eine emotionale Bindung zu einem Werk aufzunehmen, auch wenn mich Hardliner unter den Leseratten dafür gerne steinigen würden.

Ich will auch nicht Tage auf neues Material warten, auf das ich jetzt Lust habe. Raussuchen, kaufen, lesen und nicht bestellen und auf die Zustellung am nächsten Tag warten, wenn ich in der Zwischenzeit vielleicht mit einer Sache angefangen habe, die mich total fesselt und dafür sorgt, dass ich dann das Buch erstmal nicht anfange. Den Impuls nutzen.

Aber warum kein Touch/Keyboard?

Der Preis ist ein ganz gutes Argument. 20€ billiger als das Vorgängermodell mit Tastatur find ich gut. Für 100€ ist das Ding jetzt auch nicht so hochpreisig, dass ich da wieder ein Gerät habe, worauf ich sonderlich aufpassen muss, wenn ich es irgendwo reinpacke. Und ich habe ein Modell aus der neusten Reihe, das find ich immer gut.
Dass eine Tastatur vielleicht zum Notizen schreiben gut gewesen wäre ist mir erst nach der Bestellung aufgefallen, aber ich denke, dass ich da eh nicht so viel notieren werde. Und falls doch, hält sich das sicher in Grenzen oder ist halbwegs machbar, hier werde ich mal evaluieren. Ich benutze das Gerät wahrscheinlich eh fast ausschließlich zum Lesen, surfen kann ich viel besser auf dem Handy und Laptop.
Also warum dann nicht die ultra-abgefahrene Touch-Technologie? Mir gefällt irgendwie der Gedanke, dass ich genau fühle, wo ich die Seite zum Umblättern bewegen kann und wo nicht, genau mit vier Knöpfen. So kann ich das Ding fast überall anfassen, ohne aus Versehen irgendeine Aktion auszulösen. Großartige Vorteile durch Multitouch würde ich auch nicht erwarten, ich lese ja fast ausschließlich, wenn man das mal realistisch betrachtet. Mein iPhone ist für Interaktion da, der Kindle zum Lesen. Sogesehen ist der Touchscreen für mich eine Eingabemöglichkeit, die mir nicht sonderlich Vorteile bringen würde, sondern eher Unannehmlichkeiten verursachen würde. Und es gibt ihn auch nur zum Importieren.

Die meisten der oben genannten Argumente sind jetzt nur Mutmaßungen und Überlegungen, ich bin gespannt, was davon zutrifft und wie sich meine Lesegewohnheiten entwickeln werden. Ich habe auch die Hoffnung, dass die Kosten für Material und Druck endlich vollständig von den eBook-Versionen abgezogen werden, sodass man nicht das gleiche für eine Datei wie für einen Gegenstand zahlen muss, oder dass die Differenz vollständig an die Autoren geht oder irgendwie sowas.

Jedenfalls werde ich hier auf jeden Fall berichten, wie es so läuft. Ob ich mehr Lese, häufiger oder was auch immer mit dem Gerät passiert.

Engineers & Designers

The problem is that the very practical, functional things I produce are also boring and ugly. Good designers would never allow boring and ugly to describe their work: they strive to produce delight. But sometimes that delightful result is not very practical, difficult to use and not completely functional. Practical versus delightful: Which do you prefer? The Design Dilemma

Ich für meinen Teil bin oft bereit, ein klein wenig Praktikabilität gegen etwas einzutauschen, das gut aussieht und Spaß macht zu benutzen. Also zum Beispiel Keynote statt der LaTeX beamer-Klasse für Präsentationen, dort wo es Sinn macht. Wobei ich natürlich schon Sachen erledigt bekommen will.

Der Artikel, wo das Zitat ursprünglich verwendet wurde, ist auch sehr lesenswert.

(via Qfm)

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Ein Galaxy Nexus Review

Hier ein, zugegebenermaßen sehr subjektives Review über das Galaxy Nexus.

But my overall impression after using Android for a week was that of being underwhelmed. Though the operating system is functional and advanced in certain areas, it still has an overarching feel of still being immature. Moreover, there was nothing on Android that made me feel more empowered compared to using my iPhone. Shawn Blanc

Das aktuellste Google'sche Flaggschiff wäre ja das einzige Android-Handy, das ich mir holen würde. Da ist dann wenigstens fast garantiert, dass auch nach einem Jahr noch Updates nachgeschoben werden.

Hier noch ein anderes Review vom Nexus.

Ich finde es im Übrigen garnicht schlecht, dass das Review so subjektiv ist. Ich will ja wissen, wie das einer findet, der das auch benutzt. Ist ja ein Teil, das man potentiell immer bei sich hat.

Was nützt mir denn sonst eine Dual-Core-CPU wenn die gesamte Oberfläche sich langsam anfühlt oder Knöpfe an Stellen sind, sodass ich meine Hand verrenken muss, jedes Mal, wenn ich es entsperre. Oder dass ich das Handy nicht mit einer Hand bedienen kann, weil es zu groß ist.

Wenn ich einen Zweihänder wollte, würde ich zu einem Tablet greifen. Für meinen Dad wäre so ein großes Handy was, zum Beispiel das Galaxy Note. Der macht darauf (momentan noch ein Uralt-Smartphone mit resistivem Display) nämlich ziemlich zufrieden seine Arbeitsnotizen. Aber für mich als normaler User muss das schon einhändig gehen.

Da verzichte ich gerne auf ein bisschen Bildschirm und kann meinen treuen Begleiter aber immer überall hin mitnehmen, ohne einen Klotz am Bein zu haben. Flachwitz, Füße hoch.

Also was ich eigentlich damit sagen wollte: Ich hab ziemlich Bock, auch mal was anderes als iOS und ein iPhone zu benutzen oder zu testen. Lieber Windows Phone 7(.5) als Android, nach dem, was ich diesen beiden Reviews nun entnehmen konnte.

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