Der Tux und Prag

Vergangenes Wochenende An einem Wochendende Mitte März waren wir auf den Chemnitzer Linux-Tagen. Die Heimreise aus dem Osten führte uns dabei über Prag nach Hause.

Achtung: viele Bilder!

Auf der Hinfahrt hat der ORR-Tux uns freundlich aus dem vorausfahrenden Fahrzeug unserer kleinen Süd-Kolonne angelächelt.

Nach einem ersten Abend im Turmbrauhaus und der Nächtigung in der örtlichen Turnhalle, ging es dann am Samstagmorgen auf zum Frühstücken. Die Verpflegung war während der gesamten CLT nicht zu bemängeln und sehr günstig.

Die Vorträge die ich am Samstag hörte:

  • Einführung in SELinux
  • Penetration Testing mit Metasploit (sehr unterhaltsam)
  • Mailserver und Spamschutz bei IPv6
  • Gib SPAM keine Chance - wirkungsvolle Spamabwehr mit postscreen
  • Der Systemaufruf und was danach passiert a.k.a Mittagsschlaf
  • Back to Unix: 100 POSIX Kommandos statt 29.000 Packages (das war ein sehr lustiger Vortrag)

Jens musste natürlich auch ein Beweisfoto anfertigen, dass der ORR-Tux tatsächlich mit dabei war (er hat ein schöneres):

Beim Keysigning standen wir uns dann wie gewohnt die Beine in den Bauch. Diesmal hatte eine gewisse Person wieder mit Demo-"Ausweisen" antreten wollen, die die Bundesdruckerei immer bei der Cebit für einen anfertig. Die sahen aber wirklich auch seltsam aus.

Leider war der Pizza-Proxy um 20 Uhr wohl schon weg, also mussten wir wieder im Turmbrauhaus einkehren.

Am Sonntag ging es dann mit folgenden Vorträgen weiter:

  • Python – Open-Source-Werkzeug für Wissenschaftler und Ingenieure
  • AnyOS: any OS on any plattform
  • MapReduce – Parallelität im Großen und Kleinen (leider nichts, was ich nicht schon wusste)
  • Virtualisierung @ Google (sehr interessant, wie Google die vielen Arbeitsrechner der Entwickler virtualisiert)
  • LinuXContainer in der Praxis

Die interessantesten Vorträge waren IPv6-Spamschutz, Penetration Testing, Virtualisierung @ Google und LXC. Der lustigste war definitiv der POSIX-Talk. Den Mittagsschlaf fand ich am erholsamsten.

Die obligatorische Besucherkarte durfte natürlich auch unsere 6 Kreuzchen im Süden nicht vermissen:

Nach Hause fuhren wir, wie schon erwähnt, über Prag. Das Hostel dort war sehr günstig und gut.

Am ersten Abend waren wir dann gleich im sogenannten Biermuseum. Hier gab es sehr viele verschiedene Biersorten zu einem (im Vergleich zu Deutschland) günstigen Preis. Bei der Auswahl haben uns zwei Tschechen vom Nachbartisch geholfen, die bald nach Berlin ziehen werden um dort irgendwas zu machen. Sie waren ziemlich euphorisch, als wir ihre Fragen bezüglich Berlin beantworteten.

Tagsüber liefen wir ewig lange rum und besichtigten viele Bauwerke und Plätze von außen.

In dieser Straße hatten wir Internet, da dort wohl die Bibliothek war, also auch "eduroam"-WLAN.

Hier der Platz wo wir öfters vorbeikamen:

Wir stiegen (natürlich ohne den Aufzug zu benutzen, wie alle anderen) auf einen Turm mitten in der Altstadt:

Dann wanderten wir kurzerhand zum Schloss, das auf einem Berg stand. Hier ein hohes Bauwerk von außen mit ziemlich stark stürtzenden Linien:

Ich habe mir die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen mit PhotoSynth von Microsoft ein kleines Panorama zu machen (draufklicken für eine größere Version):

Großansicht

Am Montag Abend besuchten wir noch ein Schwarzlicht-Theater, was dank Pantomime keine Sprachprobleme mit sich führte. Ich fand die Show ziemlich gut und war sehr begeistert, die anderen waren wohl nicht so angetan davon. Würde das trotzdem jedem empfehlen, der in Prag ist.

Kurz vor Abreise mussten wir noch ein Restaurant suchen. LonelyPlanet-Reiseführer angemacht und gesucht. Inzwischen wussten wir, dass zwei "Dollars" bedeutet, dass man hier gut und günstig essen kann. Wir kamen irgendwie auf den "Klub Architektu", klang ziemlich teuer, war es aber nicht. Die Beleuchtung war fast bist auf den Tisch heruntergelassen, sodass nur das Essen beleuchtet wurde, der Rest aber eher eine gemütliche dunkle Athmosphäre hatte.

Die Linux-Tage waren sehr interessant und die Vorträge zum größten Teil auch. Prag ist bei allem eigentlich sehr günstig (außer Cola >.>) und eine echt schöne Stadt. Man muss nur vor den ganzen “tourist traps” aufpassen. Aber das stand glücklicherweise alles in unserem LonelyPlanet-Reiseführer.

Bunter Abend der Physik 2012

Glücklicherweise habe ich heute Mittag noch erfahren, dass am Abend im Audimax der "Bunte Abend der Physik" stattfindet. Wir sind da also hin, ich war total gespannt, was die Physiker so unter einem bunten Abend verstehen. Kurz nachdem wir Plätze gefunden hatten und ich mich überrascht über das recht leere Audimax zeigte, füllte sich der Saal plätzlich bis oben hin.

Das ganze wurde uns als Wetten, dass...!? verkauft, inklusive Tommy und Michelle, gemimt von zwei Physikern, die uns durch den Abend führten. Tommy hatte wirklich wieder ein super Hochwasser-Outfit an, aber ich bin ja hier nicht am Modebloggen.

Zu Anfang wurde eine Aussenwette gestartet, fünfzig, nein hundert Physiker... Physikerpaare sollten zu Ende des Abends draußen Walzer tanzen, dann müsste Tommy Laser-Limbo spielen, nackt (zum Glück nicht). Die Bigband spielte einige Male fleißig bis zur ersten Pause.

Die ersten Darbietungen waren ein Vorspiel zweier Erstsemesterphysiker auf Gitarre und Ukulele, gefolgt vom nachfolgend abgebildeten Professor, der durch seine Stimme und Gitarrenspielkunst (hinter mir wurde gemunkelt, er könne auch Klavierspielen) mit modifiziertem Liedtext überzeugte.

Dann ging es weiter mit dem tanzenden Sextett oder wie sich diese Spaßtruppe genannt hatte, sehr lustig, jeder war jeweils in einem Strumpfhosenbein des Nachbarn drin. Habe leider verpennt ein Foto zu machen.

Dafür hab ich eins von der Pseudo-doch-leider-nicht-so-Railgun gemacht, mit der heliumgefüllte Luftballons zerschossen wurden, eine Luftpistole war auch im Spiel.

Nun folgte die überaus gelungene Darbietung des physiker Männerballets. Solch grazile Wesen sah ich noch nie über unseren universitären Boden schweben!

Jetzt kam endlich der Rest der Videos, in denen Professoren und Dozenten Aufgaben gestellt wurden, die sie lösen sollten, wenn sie es wollten. Es gab insgesamt vier Aufgaben, es kann sein, dass ich hier die Reihenfolge durcheinander bringe.

Die erste bestand darin sich im Fachschaftsschrank in der Physik-FS zu verstecken, die Studenten, die am Montag morgen Kaffee aus dem Schrank holen wollten, erschraken jedes Mal, wenn ihnen der Kaffee aus dem Schrank gereicht wurde, alles natürlich von versteckter Kamera festgehalten.

Bei der zweiten Aufgabe musste sich der Experimentalphysik-Dozent als russischer Austauschstudent in eine IKI-Übungsgruppe setzen und eine einfache Aufgabe an der Tafel vorrechnen. "Das ist Summenformel, das ist Integral, gaanz einfach..." waren die besten Stellen, während er zwei Tafeln vollschrieb. Die Erstis guckten sehr verduzt, als er sich als Dozent zu erkennen gab.

Die dritte Aufgabe sollte den Verbleib des allseits gehassten geliebten Chemiker-Weihnachtsbaumes klären. Mit Axt, Säge und Benzin wurde am Wassersportgelände aber leider nur eine Holzvariante vernichtet. Trotzdem sehr lustig gefilmt.

In der letzten der vier Aufgaben stellte sich ein Dozent als Ersatz für die Figur auf P6 in den Schaukasten, verkleidet als Aragorn, keine Ahnung, wie die darauf bloß gekommen sind.

Zum Abschluss, nach gewonnener "Aussenwette" musste Tommy noch gegen Freiwillige aus dem Publikum im Laser-Limbo antreten. Wie die Physiker darauf kamen, will ich garnicht wissen :). Er unterlag nur knapp den beiden Studentinnen die antraten.

Leider mussten wir dann auch schon auf den Bus, sodass ich das Ende nicht mitbekommen habe. Ich muss aber echt sagen, dass der Abend so lustig war! Sehr toll fand ich die Seitenhiebe gegen Chemie und die "Hilfswissenschaft" Mathematik. Ich werde da im nächsten Jahr definitiv wieder hingehen; Hut ab ihr Physiker!

Webcomics <3

Zur Zeit füge ich immer mehr Webcomics in meinem Feed-Reader hinzu. Also dachte ich mir, kann ich ja mal alle ein wenig auflisten. Zu manchen kann ich mehr schreiben, zu den neuen kann ich noch wenig sagen, außer, dass mir der Ersteindruck da sehr gefallen hat.

Abstruse Goose

Einer der neuen Comics. Habe ich seit heute drin. Ich mag das Minimalistische der Seite.

Beetlebum

Hab ich schon ein wenig länger drin, hat einen sehr eigenen Zeichenstil. Ich glaube viele Leute wünschen sich eine Zeichnung von ihm.

Cyanide & Happiness

Die übliche Portion Sarkasmus jeden Tag. Gibts auch Videos von.

Das Leben ist kein Ponyhof

Ist jetzt auch seit heute drin. Den Elefanten find ich super!

Dilbert

Wenn man mal richtig in einem Büro gearbeitet hat, findet man das gleich viel lustiger. Da ist einfach so viel Wahres dran.

ENJAMBEMENTS

Mit Abstand der beste Comic den ich je gelesen habe. Einfach total sinnlose Konversation, aber ungemein unterhaltsam. Der Zeichner verdient ein Abzeichen. Am 15. Februar bringt er auch einen Comicband mit unveröffentlichten Comics raus, das ich mir sehr wahrscheinlich gleich zulegen werde.

geek&poke

Die Prise Programmierer-Comic die natürlich nicht fehlen darf.

xkcd

Der Geek-Comic (oder Nerd-Comic?) schlechthin. Pflichtlektüre für naturwissenschaftliche Studiengänge.

PHD Comics

Dieser Comic richtet sich eher an höhere Semester. Viele Pointen versteht man wohl erst, wenn man an einer Thesis sitzt oder seine Disse schreibt.

Spannende Zeiten

Hätte mich vor zwei Jahren jemand gefragt, was ich einmal werden möchte, hätte ich wahrscheinlich Astronaut, Rennfahrer oder wasweißich geantwortet.

Hat aber niemand. Jedenfalls nicht direkt. Nach dem Abi, das mir ermöglichte jene Berufe gar nicht erst anzufangen, die mir sowieso nicht gefallen, war sehr schnell die Erwartung da, plötzlich wissen zu müssen, was ich mal machen will. Da ich ausgemustert wurde (ja, das gabs damals™ noch), hatte ich genau drei Monate Zeit mir das zu überlegen, vorher war das alles noch viel zu neblig und unimmanent für mich.

Ich hörte mir dann also auf sämtlichen Schülertagen Mathematik, Chemie und Physik an – die hatte ich ja als vierstündige Kurse in der Oberstufe (Bio konnte mich irgendwie nie so richtig begeistern).
Aber so richtig entscheiden zwischen denen konnte ich mich nicht.

Irgendwann hab ich mich dann gefragt: "Worauf hast du Bock?"

Jetzt studiere ich sehr zufrieden Informatik in meiner Heimatstadt. Momentan höre ich noch sehr begeistert Linguistik. Was dann später vielleicht zu Computerlinguistik werden könnte. Wir müssen uns ja auch irgendwie fachfremd bilden. Die grobe Entscheidung ging demnach aber schon in Richtung Mathematik.

Was die Überschrift aber eigentlich sagen will und wovon die wirklich miese Einleitung abzulenken versucht hat ist, dass ich es sehr cool und spannend finde, dass ich in einer Zeit lebe, in der man als Informatiker quasi aus nichts und viel Kaffee oder Mate etwas bauen kann, das einem Menschen den Alltag erleichtert oder diesen bereichert.

Ich muss mich nur mit einer Idee hinsetzen, viel Zeit investieren und am Ende kommt etwas raus, das produktiv ist oder zumindest Spaß gemacht hat, es zu bauen. Aber auch nicht ernst gemeinte Spaßprojekte nebenbei können zu kleinen Helfern, zumindest für einen selbst werden. Ich glaube, als Informatiker verbringt man die Zeit (eher sogar mehr) für die Lösung einer Aufgabe lieber damit, ein Programm zu schreiben, das diese Aufgabe erledigt und das finde ich super.

Ich finde es wirklich toll so viele Möglichkeiten zu haben, wenn ich mich mit nichts außer einem Computer hinsetze und irgendwas baue. Sei es auch nur eine Website, die mich aufheitert und bei deren Entstehung ich auch noch etwas lerne.

~

Ein Pott voller Software

Vergangenes Wochenende war ich zum ersten Mal auf einer OpenSource-Messe/Konferenz.
Die OpenRheinRuhr 2011 in Oberhausen war zwar für mich ein wenig weit weg, immerhin 12 Stunden Fahrt hin und zurück, aber es hat sich definitiv gelohnt und wir hatten sehr viel Spaß.

Vorträge

Da mir die angebotenen Vorträge in den Tracks Programmierung (Perl 6 etc.) und Open Hardware (Arduino) nicht zusagten, entschied ich mich für einen gesunden Mix aus Enduser- und Administrations-Vorträgen.

Los ging's im Track Enduser mit Tine 2.0, einer OpenSource Groupware aus Hamburg. Die Software sieht aus Endanwender-Sicht sehr einfach zu bedienen aus und hat einen großen Funktionsumfang. Die entwickelnde Firma scheint das Produkt auch selbst gerne einzusetzen. Definitiv mal beobachten.

Dann kam ein eher an Kommandozeilenjunkies gerichteter Vortrag über den Taskwarrior von Dirk Deimeke. Ist aber nichts für mich, da mir da die Synchronisation über die Cloud und Kollaboration, um mal ein paar Buzzwords einzustreuen, fehlt.

Nun folgte der erste Vortrag aus dem Admin-Track. Netdot und Rancid brauche ich derzeit aber eher weniger. War aber recht unterhaltsam, da der Vortragende öfter mal eine Anekdote einstreute und sein offenbarer Kumpane öfter mal seinen Kommentar abgeben musste.

Zum Abschluss der Vorträge am Samstag wollten wir, um unser Gewissen etwas beruhigen zu können, mal etwas über Backups erfahren.
Erste Skepsis kam auf, als wir sahen, dass die Präsentation mittels Powerpoint Viewer im Fenstermodus stattfinden sollte. Als dann auf der Übersichtsfolie kein Wort von bacula zu finden war, verließen die Ersten schon den Raum. Als der Vortragende dann allerdings erwähnte, dass es hier ja um die hauseigene Backuplösung und nicht wirklich um bacula ging, hatten wir auch genug und machten uns auf Richtung Messehalle. Der Vortrag war irgendwie eher eine Werbeveranstaltung. Positiv anzumerken sei, dass die Firma am Abend beim Social Event 100 Freigetränke spendierte.

Nun folgte eine gefühlte Stunde Keysigning mit ca. 40 Leuten. Sehr anstrengend; keiner hat versucht seinen Sportbootführerschein vorzulegen. Aber mal was anderes als das Keysigning mit den 10 Leuten vom letzten Mal bei inf.misc .

Am Social Event am Samstag-Abend gewann dann unser Kommilitone den Stricktux der verlost wurde. Man kann dem Kerlchen auf Twitter unter dem Hashtag #orrtux folgen.

Sonntag früh ging es los mit dem Vortrag Freie Software auf Smartphones, der sich hauptsächlich um Android und dessen OpenSource-Grad drehte. Der Vortrag war definitiv einer mit den besten Folien. Wenig Text und meist aussagekräftige Bilder unterstützten den Vortrag, so sollte es doch sein.

Anschließend begaben wir uns wieder Richtung Tastatur: Conkeror und andere tastatur-fokussierte Webbrowser von Axel Beckert. War jetzt nicht so mein Ding, was Programm. Aber schon recht interessant, was mit der Tastatur alles so geht und wer von wem geforkt hat :).

Der Automat crashte reproduzierbar :)

Nach dem Mittagessen ging es dann weiter mit einem emacs-Crashkurs. Sollte ich mir wirklich langsam mal beibringen.

Leider mussten wir mittem im Crashkurs zum nächsten Vortrag wechseln. Dort ging es dann darum, warum man als Heimanwender auf Ubuntu setzen sollte und wie man damit sicher umgeht. Der Vortrag richtete sich definitiv eher an Einsteiger und so nahm ich mit, wie man jenen einen Linux-Desktop schmackhaft machen kann.

Der letzte Talk des Tages war dann Free your slides von dem Fedora-Typen der uns bekehren wollte ;). Was wir da mit Inkscape und JessyInk gezeigt bekamen war richtig cool. Quasi Prezi in lokal und OpenSource. Irgendwann ist mir auch aufgefallen, dass ich schonmal einen Screencast von ihm angeguckt habe und auch schonmal auf seiner Website war. Recht lustig, mal wen zu treffen, von dem man sonst nur Blogposts liest. Also wenn ich irgendwann mal eine optisch aufwändigere Präsentation halten will und mir LaTeX nicht mehr dafür zusagt, mach ich das bestimmt mit Inkscape.

Die beiden Verlosungen zwischen den Vorträgen waren auch sehr unterhaltsam, auch weil jemand zunächst etwas gewann, was seine Firma spendete.

Fazit

Die lange Fahrt (wobei ich ja nur mitfuhr) hat sich definitiv gelohnt. Wir hatten interessante Gespräche mit den Leuten der einzelnen Distros, und haben die ein oder andere neue Software entdeckt. Die Tee-Flat hat sich wirklich ausgezahlt und ab sofort trink ich nurnoch Mate!