Ein Pott voller Software

Vergangenes Wochenende war ich zum ersten Mal auf einer OpenSource-Messe/Konferenz.
Die OpenRheinRuhr 2011 in Oberhausen war zwar für mich ein wenig weit weg, immerhin 12 Stunden Fahrt hin und zurück, aber es hat sich definitiv gelohnt und wir hatten sehr viel Spaß.

Vorträge

Da mir die angebotenen Vorträge in den Tracks Programmierung (Perl 6 etc.) und Open Hardware (Arduino) nicht zusagten, entschied ich mich für einen gesunden Mix aus Enduser- und Administrations-Vorträgen.

Los ging's im Track Enduser mit Tine 2.0, einer OpenSource Groupware aus Hamburg. Die Software sieht aus Endanwender-Sicht sehr einfach zu bedienen aus und hat einen großen Funktionsumfang. Die entwickelnde Firma scheint das Produkt auch selbst gerne einzusetzen. Definitiv mal beobachten.

Dann kam ein eher an Kommandozeilenjunkies gerichteter Vortrag über den Taskwarrior von Dirk Deimeke. Ist aber nichts für mich, da mir da die Synchronisation über die Cloud und Kollaboration, um mal ein paar Buzzwords einzustreuen, fehlt.

Nun folgte der erste Vortrag aus dem Admin-Track. Netdot und Rancid brauche ich derzeit aber eher weniger. War aber recht unterhaltsam, da der Vortragende öfter mal eine Anekdote einstreute und sein offenbarer Kumpane öfter mal seinen Kommentar abgeben musste.

Zum Abschluss der Vorträge am Samstag wollten wir, um unser Gewissen etwas beruhigen zu können, mal etwas über Backups erfahren.
Erste Skepsis kam auf, als wir sahen, dass die Präsentation mittels Powerpoint Viewer im Fenstermodus stattfinden sollte. Als dann auf der Übersichtsfolie kein Wort von bacula zu finden war, verließen die Ersten schon den Raum. Als der Vortragende dann allerdings erwähnte, dass es hier ja um die hauseigene Backuplösung und nicht wirklich um bacula ging, hatten wir auch genug und machten uns auf Richtung Messehalle. Der Vortrag war irgendwie eher eine Werbeveranstaltung. Positiv anzumerken sei, dass die Firma am Abend beim Social Event 100 Freigetränke spendierte.

Nun folgte eine gefühlte Stunde Keysigning mit ca. 40 Leuten. Sehr anstrengend; keiner hat versucht seinen Sportbootführerschein vorzulegen. Aber mal was anderes als das Keysigning mit den 10 Leuten vom letzten Mal bei inf.misc .

Am Social Event am Samstag-Abend gewann dann unser Kommilitone den Stricktux der verlost wurde. Man kann dem Kerlchen auf Twitter unter dem Hashtag #orrtux folgen.

Sonntag früh ging es los mit dem Vortrag Freie Software auf Smartphones, der sich hauptsächlich um Android und dessen OpenSource-Grad drehte. Der Vortrag war definitiv einer mit den besten Folien. Wenig Text und meist aussagekräftige Bilder unterstützten den Vortrag, so sollte es doch sein.

Anschließend begaben wir uns wieder Richtung Tastatur: Conkeror und andere tastatur-fokussierte Webbrowser von Axel Beckert. War jetzt nicht so mein Ding, was Programm. Aber schon recht interessant, was mit der Tastatur alles so geht und wer von wem geforkt hat :).

Der Automat crashte reproduzierbar :)

Nach dem Mittagessen ging es dann weiter mit einem emacs-Crashkurs. Sollte ich mir wirklich langsam mal beibringen.

Leider mussten wir mittem im Crashkurs zum nächsten Vortrag wechseln. Dort ging es dann darum, warum man als Heimanwender auf Ubuntu setzen sollte und wie man damit sicher umgeht. Der Vortrag richtete sich definitiv eher an Einsteiger und so nahm ich mit, wie man jenen einen Linux-Desktop schmackhaft machen kann.

Der letzte Talk des Tages war dann Free your slides von dem Fedora-Typen der uns bekehren wollte ;). Was wir da mit Inkscape und JessyInk gezeigt bekamen war richtig cool. Quasi Prezi in lokal und OpenSource. Irgendwann ist mir auch aufgefallen, dass ich schonmal einen Screencast von ihm angeguckt habe und auch schonmal auf seiner Website war. Recht lustig, mal wen zu treffen, von dem man sonst nur Blogposts liest. Also wenn ich irgendwann mal eine optisch aufwändigere Präsentation halten will und mir LaTeX nicht mehr dafür zusagt, mach ich das bestimmt mit Inkscape.

Die beiden Verlosungen zwischen den Vorträgen waren auch sehr unterhaltsam, auch weil jemand zunächst etwas gewann, was seine Firma spendete.

Fazit

Die lange Fahrt (wobei ich ja nur mitfuhr) hat sich definitiv gelohnt. Wir hatten interessante Gespräche mit den Leuten der einzelnen Distros, und haben die ein oder andere neue Software entdeckt. Die Tee-Flat hat sich wirklich ausgezahlt und ab sofort trink ich nurnoch Mate!