Sneak Review – Moneyball

Nur ein Mini-Budget Team in der Major League des amerikanischen Baseball im Jahr 2002 mit einem mittvierziger Manager, der früher selbst dem Geld und Erfolg den Vortritt vor seinem Stipendium gab; Billy Beane gespielt von Brad Pitt.

Vorneweg: ich verstehe nichts von Baseball, würde wohl nichtmal den Ball treffen, versuchte ich es. Also klar, irgendwie sieht das aus wie Brennball in der Schule. Und es scheint um viel Geld zu gehen.

Jedenfalls steht besagter Manager vor der Aufgabe mit einem Team, das gerade um drei seiner einzigen guten Spieler erleichtert wurde, und dem kleinsten Budget der Liga möglichst wieder viele Siege einzustreichen. Bei einem Verhandlungsgespräch um neue Spieler trifft er auf Peter Brand (gespielt von Jonah Hill), den Beane bald mit ins Boot holt. Brand hat Wirtschaft in Yale studiert und widmet sich der statistischen Analyse des Baseballsports. Er ist der Meinung, sämtliche Sportler würden aufgrund falscher Kriterien vollkommen falsch eingeschätzt, kann sich jedoch gegen die »alten Hasen« mit ihren traditionellen Methoden nicht so recht behaupten, bis Beane ihm die Chance dazu gibt.

Kalenderwoche 3 – Moneyball

Zunächst sieht es so aus, als ob die Strategie das Schicksal des Teams besiegelt hätte, nach über einem Dutzend Niederlagen jedoch schlägt die Statistik zu und belohnt unsere Protagonisten.

Baseballtechnisch und -geschichtlich kann ich nur das sagen, das ich durch kurzes Stöbern in der Wikipedia herausfand. Die Strategie, nachder der fiktive Charakter Peter Brand agiert wird sabrmetrics genannt und ist bis zu diesem Zeitpunkt nur bloße Theorie. Der geneigte Baseball-Fan wird hier wahrscheinlich auf seine Kosten gekommen sein, ich kann aber nur mutmaßen.

Schauspielerisch hat Brad Pitt den Manager sehr menschlich und glaubhaft herübergebracht, auch die kurzen Zwischensequenzen mit seiner Beanes Tochter haben dazu beigetragen. Die Rückblenden in Beans Baseball-Karriere helfen, seine Abneigung gegenüber den alten Methoden und Scouts zu verstehen.

Wen ich jedoch viel besser fand, war Jonah Hill. Er hat so schüchtern gewirkt in dieser Welt des Profi-Baseball, wo jeder den Status Quo erhalten wollte und er mit diesen neuartigen Methoden fehl am Platz sein sollte. Sehr amüsant waren die Szenen in der er lernen musste einen Spieler zu feuern und als er kurz darauf auch einen Spieler entlassen musste, dieser aber zu Brands Erstaunen nicht sehr traurig über seine Entlassung schien.

Was bleibt

Der Film verlieft zu meiner Erleichterung nicht nach Schema »Wunderknabe holen, Team mühevoll aufpeppeln, Spiele und Meisterschaft gewinnen, Happy End«.
Eine Länge hatte der Film, meiner Meinung nach, bei den zahllosen Niederlagen, vielleicht sollte das aber auch die Stimmung verdeutlichen in der sich die Spieler befunden haben.
Gerade aber das Ende und der fast schon wie ein Epilog wirkende Teil gegen Ende (ich will jetzt nicht zu stark spoilern) haben den Film für mich abgerundet. Ich war positiv überrascht, zuerst vermutete ich eine lahme "Doku" über einen Baseball-Spieler oder dergleichen, konnte aber auch ohne Baseball-Wissen den Film genießen. Kein Film, den ich unbedingt sehen wollen würde, aber die vier Euro Obulus haben sich definitiv gelohnt.

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