Tschüss Wordpress - Hallo toto!

Der Blog hat nun nicht nur ein neues Design, sondern läuft nun auch nicht mehr unter Wordpress sondern mit toto.
Wordpress wurde mir mit der Zeit einfach zu aufgeblasen. Den Server hat es stärker belastet als eigentlich notwendig, das
Backend war mir zu umständlich und zu überladen. Artikel konnte ich zwar offline verfassen, musste nachher aber alles
in das Wordpress-Backend kopieren und mit pseudo-HTML oder WYSIWIG formatieren.
Theme-mäßig hätte ich mich erst stark einarbeiten müssen um etwas verändern zu können.
Kurz - das ganze wirkte zu groß für diesen kleinen Blog.

Bei einem Kommilitonen des höheren Semesters bin ich dann auf toto gestoßen. Geschrieben in ca. 300 Zeilen Ruby-Code und direkt aufbauend auf Rack klang das sehr vielversprechend. Einfaches Templating mit HTML(5) und CSS und direkt Ruby-Code im Template, was ich sehr cool finde. Kommentare werden durch Disqus ermöglicht.

Kein PHP, kein MySQL.

Leicht, schlicht, passt.

Das Aufsetzen ging sehr schnell.
Toto-Gem auf dem Server und dem Laptop installiert, Dorothy von github gecloned und ins eigene Git-Repo auf dem Server gepusht. Post-Recieve-Hook zum auschecken ins richtige Verzeichnis angelegt, fcgi eingebunden und einen Wrapper angelegt, zwei kleine htaccess-Rewrites geschrieben, dann stand das ganze.

Mein Hoster hat das mit dem fcgi-Wrapper sehr ausführlich in einem Wiki-Artikel niedergeschrieben: Ruby on Rails

Man muss nur
exec rails server mit
exec rackup ersetzen, da toto ja direkt auf Rack aufbaut und Rails garnicht benutzt.

Als Repository nehmen ich ein git-Repo mit -bare-Option und lasse mit

#!/bin/sh
GIT_WORK_TREE=/some/dir/to/blog git checkout -f

nach jedem Commit das Repo auschecken.

Bei der Modifizierung des Templates Dorothy haben mir folgende Seiten sehr gut geholfen:

Mein Workflow sieht nun so aus, dass ich einfach TextMate nehme (oder Emacs, wenn ich gerade unter Linux arbeite), in dem ich vorher schon meine Artikel geschrieben habe.
Während des schreibens habe ich durch Git einfache lokale Versionisierung. Damit ich auch Drafts auf dem Server sichern kann (um zum Beispiel direkt vom Server pullen zu können), ohne dass diese im Blog angezeigt werden, habe ich das Template dahingehend modifiziert. Fotos und Dateien können entweder per Cyberduck oder scp hochgeladen und verlinkt werden.

Strukturiert werden die Texte mit Markdown, eine Markup-Language die sehr lesbaren Text produziert.

TextMate -> Git -> fertig.

Bis jetzt bin ich sehr zufrieden und werde noch kräftig daran rum schrauben. Zum Glück kann man toto auch forken und einfach selber Sachen verändern.
Was mich noch sehr stört, sind die f-king german Umlauts und andere Unicode-Zeichen, die toto regelmäßig in die Knie zwingen. Deshalb muss ich Umlaute vor dem Veröffentlichen immer erst mit Suchen&Ersetzen umwandeln...